Vier Berufe, in denen das Porträt eigenen Regeln folgt
Ratgeber zum professionellen Porträt schreiben so, als gäbe es ein richtiges Bild. Es gibt mehrere, und sie schließen einander teilweise aus.
Medizin
Hier gilt eine Doppelforderung, die schwer zu erfüllen ist: kompetent und zugänglich. Patientinnen und Patienten wählen nach beidem, und ein Porträt, das nur Autorität zeigt, verliert gegen eines, das beides andeutet. Für den medizinischen Bereich sind die Konventionen enger als anderswo — hellerer Hintergrund, offenere Haltung.
Recht
Genau umgekehrt. Zurückhaltung ist das Signal, Wärme ist optional. Der dunklere Hintergrund und der formellere Zuschnitt sind Konvention, nicht Geschmack, und ein zu freundliches Bild liest sich in dieser Branche als unpassend. Für juristische Berufe ist die Bandbreite am schmalsten.
Immobilien
Der einzige dieser Berufe, in dem das Porträt tatsächlich verkauft. Es steht auf Schildern, in Anzeigen und auf Visitenkarten, wird oft in Miniaturgröße gedruckt und muss aus drei Metern Entfernung funktionieren. Was das erfordert hat mehr mit Druck als mit Bildschirm zu tun: hoher Kontrast, enger Ausschnitt, keine Details, die bei fünfzehn Millimetern verschwinden.
Unternehmen
Hier zählt nicht das einzelne Bild. Vierzig Porträts, die zueinander passen, sind ein anderes Problem als ein gutes Porträt, und keine Menge Einzelqualität löst es. Für Teams ist Einheitlichkeit die eigentliche Anforderung, und im geschäftlichen Kontext kommt hinzu, dass die Bilder über Jahre nachgepflegt werden müssen, wenn jemand dazukommt.
Was allen gemeinsam ist
Drei Dinge, und keines davon hängt an der Kamera: Kontrast zwischen Haar und Hintergrund, ein enger Ausschnitt, frontaleres Licht als es in groß gut aussieht.
Alles andere ist Branchenkonvention, und die sollte man kennen, bevor man einen Ratgeber liest, der sie für Naturgesetz hält. Weitere Texte dazu stehen im Blog, und wer damit selbst etwas verdienen will, findet die Bedingungen im Partnerprogramm.
Comentarios
Publicar un comentario